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Le Banditelle, unser Haus in Castellina Mma

Geschichten über unser Haus in der Toscana

Unser Haus steht in der   Località    =    Quartier ? Località "Le Banditelle". Das war mal das Jagdschutzgebiet, als Castellina Marittima eine eigene Tierschutzzone für jagdbares Wild besass. Das Haus stand damals an der südwestlichen Grenze dieser Zone.
Heute ist diese "Bandite" im Tal nördlich vom Castello in Pomaia. Wildschweine, Fasane, Rebhühner, Rehe und Hasen vermehren sich (auch) dort fleissig, damit sie zur Jagdzeit dann den Jägern in der Umgebung ein lohnendes Ziel und für uns ein köstliches Gericht abgeben.....
Übrigens gibt es in der Toscana noch ein Castellina im Chianti. Wir aber wohnen in Castellina Marittima, Provinz Pisa.

In diesem Haus, Teile davon sind älter als 150 jährig, war ganz zu Beginn der Stall, der zu den hinteren Häusern gehörte. Vor etwa 90 Jahren wurde dann eine Küche und ein Wohnzimmer im Parterre angebaut. Später wurde der hintere Teil des Hauses aufgestockt, so entstanden unsere Schlafzimmer. Die heutige Küche im Erdgeschoss war, bis praktisch zum Kauf durch uns, der Kuhstall. Das Wohnzimmer diente als Küche und der Rest war "Scheune" und Magazin. Das Magazin diente als Ziegen- und Schafstall. Der neu aufgebaute Teil, der heutige Hobbyraum, war der Schweinestall. Diese Renovation war unser Erstlingswerk im "Häuserselbstbau"! Das wurde nötig, denn am Anfang diente uns der Raum als Lager für leere Kisten, Schachteln, Äste, Brennholz etc., doch als Edith eines Tages einen Ast aus dem Raum zog und am Türrahmen hängen blieb, stürzte das ganze "Ding" zusammen.

Etwa um 1930 wurde auf den damaligen Kuhstall ein zusätzliches Zimmer draufgebaut. Damals wurde dieses als Kinderschlafzimmer mit Balkon benutzt. Das dazwischenliegende Bad wurde dannzumal aus dem dahinter liegenden Raum abgetrennt. Damals floss noch kein Wasser aus irgend einer Leitung. Dies wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg geändert. Das Haus bekam eines der ersten Bäder in der weiteren Umgebung mit "fliessendem" Wasser. Als dieses installiert war, musste das von Hand herbeigeschaffte Wasser in eine Zisterne auf dem Dach, ebenso von Hand, gepumpt werden, und war selbstredend im Winter um einiges kälter als im Sommer.

Dieses Bad bestand aus einem WC und einer selbst konstruierten Dusche. Anfang der 60er Jahre wurde es abermals renoviert. Wieder war es eines der ersten Bäder in der Region, nunmehr schon mit fliessendem Warmwasser. Dieses musste, wollte man welches haben, zuerst in einem Boiler mit Brennholz erhitzt werden. Dieser Boiler war ebenfalls im Bad montiert. Das Wasser musste auch nicht mehr auf das Dach gepumpt werden, denn zu jener Zeit führte eine der ersten Wasserleitungen von Castellina ganz in der Nähe vorbei. Also wurde von den damaligen Bewohnern und den Nachbarn in Fronarbeit eine Verbindungsleitung gebaut, die Heute noch besteht und teilweise benutzt wird! Ab diesem Zeitpunkt besass das Bad eine Sitzbadewanne, ein WC, ein Bidet und sogar ein Lavabo! Nebenbei erwähnt wurden diese Installationen über die schon bestehenden Leitungen und Kacheln verlegt. Als wir dann Eigentümer des Hauses wurden, entfernten wir zuallererst das Bidet damit man wenigstens "gemütlich" seine "Sitzungen" abhalten konnte, ohne den "Krampf" im rechten Bein zu bekommen, weil dort irgendwie das Bidet im Weg stand. Wir haben dann 1995 das ganze Bad ausgeräumt, mitsamt allen Wasserleitungen die wir fanden, und sind heute sehr stolz auf unser Werk, sogar ohne Bidet!

Als wir im Jahre 1987 das Haus erwarben, galt es zuerst einmal sämtliche Wände und Böden des Erdgeschosses zu erneuern. Ein wenig "Luxus" wie Warmwasser, Abläufe, Ölheizung, Alufenster, Telefon und Elektrisch nach Schweizer Normen wurden schnell einmal realisiert.

Was wir beim Kauf dieses Hauses noch nicht wussten ist, dass Holz und Heizöl in Italien fast unerschwinglich teuer sind. Gas ist aber auch nicht billiger! Jetzt wissen wir auch, warum in Italien im Winter fast an allen Tagungen und Sitzungen die Leute frierend in Mänteln, Halstüchern und Handschuhen herum sitzen.... Im Frühjahr 1997 haben wir deshalb das Dach vollständig neu gebaut. In neuer, ansprechenderer Form und auch gleich richtig Isoliert! Die Hausfassade wurde endlich 1999 komplett renoviert und auch gleich Isoliert!

Seit dem Sommer 2003 besitzen wir auch ein Schwimmbecken! Es wurde rechteckig mit den Massen von 5 auf 10 Meter in Süd- Nordrichtung gebaut und hat teilweise eine Tiefe von 2.5 Meter. In der Nacht kann man es beleuchten und die starke Pumpe fördert das gesamte Wasser mehrmals täglich durch den grossdimensionierten Filter. Den Aushub verteilte man unterhalb und gegen Norden, so dass dieser "Gartenabschnitt" nicht mehr so "steil" aussieht. Gegen das Haus wurden Gartenbeete hauptsächlich für Rosen und dekorative Büsche angelegt. Die Terracotta-Abdeckung der Umfassungsmauern dienen nun gleichzeitig als sehr bequeme Sitzgelegenheiten. Auf die Nord- und Ostseite haben wir selbstgezogene Oleanderbüsche gepflanzt. Die ganze Anlage ist von nirgendwo, ausser vom Haus aus selbst einsehbar.


Che Lusso...!

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