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Bolgheri

die längste Zypressenallee zum antiken Burgstädtchen

GPS:  Allee:  43°13'32 N - 10°33'36 E  /  Parkplatz:  43°14'02 N - 10°37'01 E  Fahrzeit: ca.30 Minuten

 


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Bolgheri, Wappen der Grafen "della Gherardesca"

Bolgheri - Fenster am Palazzo

Bolgheri - die Kirche "Jacopo e Cristoforo"

Bolgheri - Innenansicht der Kirche "Jacopo e Cristoforo"

Bolgheri - ein typischer Hauseingang

Bolgheri - Tuerklopfer am Palazzo

Bolgheri - die 1.Hauptstrasse im Dorf

Bolgheri - und hier dieselbe, 2.Hauptstrasse

Bolgheri - La "Nonna Lucia"

Bolgheri - das einzige Stadttor auf die 4.7 km lange Zypressenallee

Bolgheri - Der Glockenturm der Kirche "S.Antonio"

Bolgheri - Kirche "S.Antonio", erbaut anno 1686

Bolgheri - Zypressen-Allee vom Westen

Bolgheri - Zypressen-Allee vom Osten
Infos zum Ort

Am nördlichen "Anfang" der Maremma, auf der antiken "Via Aurelia" (SS 1) etwa 4 km nach «La California», biegt man links in die "unscheinbare" aber immerhin mit «Bolgheri» beschilderte "kerzengerade", auf der ganzen Welt einmaligen Zypressenallee.

Diese Allee entstand 1841 als Verbindungsstrasse zur neu renovierten und verbreiterten "Via Aurelia", der heutigen SS 1. Heute säumen noch etwa 2500 grosse Zypressen die Strasse. Ein Schadpilz setzt den Bäumen stark zu, so dass jährlich etwa 50/60 ersetzt werden müssen.

Diese schnurgerade Strasse führt direkt zum seit ungefähr 200 Jahren fast unverändert gebliebenen Städtchen hinauf. Der wie eine Festung angelegte Ort, halb Dorf, halb feudaler Herrensitz der Grafen "della Gherardesca", geht in seiner heutigen Gestalt auf das 16.Jh. zurück.

Bolgheri kann aber auch über die «Strada del Vino» erreicht werden. Diese Strasse führt von «Bibbona» aus durch die vielen Weinberge, durch Wald und riesige Ländereien der "Antinoris", denen mittlerweile der grösste Teil des Landes hier gehört.
Ausserhalb des Dorfes gibt es markierte Parkplätze. Das Dorf selbst ist sehr sauber gehalten, und wird von den Einwohnern liebevoll gepflegt und ist lieblich mit vielen Blumen geschmückt.

Weltbekannt und entsprechend rar ist der aus Bolgheri stammende «Ornellaia», und nicht vergessen darf man den «Sassicaia», die als edelste Weine Italiens gelten. Degustationen im Dorf möglich!/p>

Durch das einzige bogenförmige Tor hat man Zugang zum Ort, durch welches eine autofreie "Hauptstrasse" führt. Links vom Tor, steht das mit seinen roten Backsteinen gemauerte Kastell. Gleich rechterhand findet man die Kirche "Jacopo e Cristoforo", in der nach wie vor katholische Messen zelebriert werden. Überall im und ums Dorf findet man uralte Oliven- und riesige Zypressenbäumen.

Auch der Deutsche Adel hat Beziehungen zu Bolgheri: "Erbprinz Heinrich, der älteste Sohn des Fürsten Alexander und der Fürstin Gabriela zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, ist seit 2003 verheiratet mit Donna Priscilla, Tochter des Marchese Nicolo und der Marchesa Giulia Incisa della Rocchetta aus dem Ort Bolgheri in der Toskana", ist auf der Homepage www.sayn.de zu lesen.

 

Geschichte

Bolgheri selbst wird urkundlich schon in der ersten Hälfte des 5.Jh. erwähnt. Die Grundmauern des heutigen Castello gehen auf das 7 oder 8 Jh. zurück. Um 1329 diente das Schloss dem Gegenpapst Pietro Corvaia, genannt «Nicolo V.» als Asyl. Das ursprüngliche, alte Schloss wurde 1496 von deutschen Truppen zerstört. Ab dem 16.Jh. ist das Castello, neben der von 1505-15 erbauten Kirche "SS. Jacopo & Cristoforo", der Wohnsitz der Grafen "della Gherardesca", die ab etwa 1700 das Schloss mit roten Backsteinen renovierten, so wie es sich heute präsentiert. 1895 liess Graf Guido Alberto den Burgturm mit dem heutigen Stadttor umbauen. Über dem Tor findet man das schöne Wappen der Grafen "della Gherardesca".

Das heute noch bewohnte Schloss ist am Ende der rund 5 km langen Zypressenallee auf der linken Seite der hohen Stadtmauer. In der Allee wurden damals vom Grafen Guido Alberto 2540 Zypressen gesetzt. Die ersten Bäume wurden per Schiff in den Hafen von San Vincenzo und dann mit Ochsenkarren an die Alleestrasse gebracht. Ursprünglich wurden am unteren Teil der Strasse sumpfresistente Pappelbäume gesetzt, die aber von den hungrigen, dort weidenden Büffeln mit Vorliebe und Hochgenuss abgefressen wurden. Diese Pappeln wurden bald durch echte Zypressen ersetzt, die von den Büffeln gemieden wurden. Leider "wütet" seit einigen Jahren ein unbekannter Pilz an den Bäumen, der die alten Zypressen absterben lässt. Es sind bisher keine Mittel bekannt, um diesem Pilz Einhalt zu gebieten. Kranke Bäume werden daher gefällt und durch junge, eigens für die Allee aufgezogene Zypressen ersetzt. Die Baumschule ist von der "Via Aurelia" aus gut zu sehen.

Nonna Lucia verehrte den Dichter Giosuè Carducci und sein Gedicht "Davanti a S.Guido" sehr. Im Gegensatz zum Grossvater Giuseppe, für den der Dichter ein Verschwender gewesen sein soll. Nonna Lucia starb in Bolgheri 1842 und fand dort auf dem kleinen Friedhof ihre letzte Ruhe. Ihren Grabstein ziert ein hübsches, romantisches Gedicht. Im Dorf erinnert eine von Flavio Melani erschaffene, aus gebranntem Ton modellierte, sitzende Statue an Nonna Lucia.



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