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Das ABC der Schweiz

 

Erklärungen:

Alles von  A - Z  zu schweizerischen Eigenarten und im speziellen zum schweizerischen Neujahrsfest, dem 1. August.
Für alle Ausländer und für nicht mehr so ganz 'sattelfeste' Schweizerbürger.
Sehr geeignet für die zahlreichen Schweizerbürger und Patrioten im Ausland.

Zum Buchstaben:


 A   B   C   D   E   F   G   H    I    J   K   L   M 

 N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y   Z 

A ugust, Erster: Nach dem Muotathaler Dorftrottel August der 1. (1291-1315) benannter schweizerischer Nationalfeiertag. August kam beim Versuch ums Leben, mit blossen Händen eine Steinlawine aufzuhalten, welche bei Morgarten eine österreichische Reisegruppe bedrohte. Dieses Missgeschick trug ihm später auch den Kosenamen «dummer August» ein.

B locher: Schweizerische Bezeichnung für ein wichtiges, ganzjährig einsetzbares Haushaltgerät zum Glätten von mit Bohnerwachs eingeriebenen Parkettböden. Beim Handblocher ist an einem Stiel mit Gelenk eine Eisenplatte befestigt, die an ihrer Unterseite mit einer Bürste versehen ist. Beim industriellen Blocher werden mehrere Bürsten durch einen Motor in Rotation versetzt. (In der Schweiz wird Blocher als Synonym für Bohner verwendet.)

C ervelat, der : Eine kompakte Genussmasse in Wurstform. Der Cervelat wird in Alphütten aus Nitratpökelsalz, Umrötehilfsmitteln, Geschmacksverstärkern und weiteren, teilweise geheimgehaltenen Zutaten von Hand gefertigt. Dazu wird der traditionsreiche «Alpsegen» gejodelt. Die eingeschnittenen Cervelats verformen sich unter Hitzeeinwirkung zu unterschiedlichen Figuren, die am Ersten August vielerorts das silvesterliche Bleigiessen ersetzen.

D iensttage ¹ : Bezugnehmend auf den Militärdienst. Bestandteil des staatsbürgerlichen Kompetenzkoeffizienten bei Männern. Um zu diesem Koeffizienten zu kommen, wird am Stammtisch zuerst das Alter mit dem zehnten Teil der geleisteten Diensttage und anschliessend mit den aktuellen Alkoholpromillen multipliziert, sofern dies noch gelingt.
¹ = Nicht mit den gemeinen Wochentagen zu verwechseln!

E rnst, heiliger : Besonders am Ersten August verehrter Schutzpatron der Festredner. Es gibt auch noch den unheiligen Ernst, aber der ist ein Hörnli (eine runde, hohle, leicht gebogene schweizerische Teigware).

F . =  Kurzzeichen für «Freiheit», eine schweizerische Masseinheit: 100 PS = 1 F. ²

² Abkürzung auch Fr., der: (1 Fr. = 100 Rp³)
³ Rp Abkürzung Rappen, der.
Auch für Rauchpetarde, die.

G uisan, Henri deutsch sprich «Angri Gisáng» : Bedeutendster General der Schweiz neben Eisenhauer und dem seit 1918 verschollenen General Streik. Guisan erblickte 1291 das Licht der Welt, legte um 1800 den Grundstein zur modernen Volksschule und erfand 1864 das Rote Kreuz. Im Zweiten Weltkrieg prägte er den Slogan «Geranien zu Kartoffeln». Vorsicht! Die Legende, wonach Guisan seit 1991 die schweizerische Fussballnati trainiert, ist falsch. Guisan trainiert die Handballer; der Fussballtrainer heisst Enver Hodscha.

H elvetia : Häufigster Vorname schweizerischer Töchter der Kaufkraftklassen 2 und 3 (WEMF-beglaubigt 2004). Auf dem Bundeshaus soll es der Legende nach die Statue einer gleichnamigen Hausfrau geben, welche jeweils am 14. Juni blutige Tränen vergiesst, was alljährlich viele Gläubige und Gläubiginnen anzieht. Skeptiker halten die blutigen Tränen allerdings eher für Rost.

I nselfrage : Die ungelöste Frage, ob es sich bei der Schweiz um eine Insel handelt oder nicht, wird naturgemäss im Sommer unter den Gästen von Badeanstalten gerne erörtert. Die Diskussionen erreichen um den Ersten August jeweils ihren Höhepunkt. Gegner der Inseltheorie erkennen Sie an den quergestreiften Badekleidern, Befürworter neigen mehr zu gepunkteten. Aber aufgepasst! Von Kanton zu Kanton sind Abweichungen möglich! Für FKK gilt grundsätzlich: Dächlikappe nach vorn gleich Inselbehaupter bzw. nach hinten gleich Inselleugner. (Billigste Dächlikappe, gesehen bei Migros Lausanne, für 1.95 Franken)

J üdische Flüchtlinge : Während des zweiten Weltkrieges hiess es, das Boot sei voll! Selbstverständlich nicht das Boot der schweizerischen Banken. Mit Handkuss hat man dort gerne ihr Erspartes auf den Konten gehortet. Siehe auch Tabu. Jedenfalls hat kürzlich die Schweiz für das volle Boot sehr viel Geld bezahlt. Siehe dazu ebenfalls Tabu.

K avallerie : Siehe auch Guisan, Diensttage und Patriotismus, der Hauptgrund für die Verschonung der Schweiz in den beiden letzten Weltkriegen.
Kürzlich hat ein Norddeutscher Kanzlerkandidat der Schweiz wieder einmal ergebnislos mit der Kavallerie gedroht. Anscheinend wirkt der Guisan-Effekt noch immer!

L eserbriefe : Bitte wie immer an die Redaktion: Toscana-Hans,    Leserbriefe 

M ilchsuppe, Kappeler : Ein Gelände im zugerischen Baar an einem warmen Juniabend des Jahres 1529. Hier lagern die Truppen der altgläubigen fünf eidgenössischen Orte und blicken über die Grenze. Dort, bei Kappel am Albis, stehen die Mannschaften des reformierten Zürich. Die Altgläubigen, heisst es in Heinrich Bullingers zeitgenössischer Reformationschronik, haben Milch, die Zürcher Brot. Kommt es jetzt zur Schlacht? Bullinger: «Uf ein Zyt namend vil tapferer Gsellen von den fünf Orten ein gross Mutten mit Milch, stelltens uff die March in mitten, schrüwend den Zürichern zu, si habind da wol ein gute Milchprochen, aber nüt darin zu brocken. Da lauffend redlich Gsellen der Züricher hinzu, mit Brot, und brochetend yn. Und lag jedweder Teil uf synem Erderych und assend die Milch miteinanderen. Wenn denn einer über die halb Mutten us greyffte und ass, schlug ihm der ander Teil (in Schimpff) uf die Händ und sagt Friss uf dinem Erderych. Und deren Schimpffen giengend ettlich meh für, dass do es dem Stattmeister von Strassburg Johan Jacoben Sturmen, der ouch under den Schildlütten was, fürkam, sagt er, Ir Eidgenossen sind wundersam Leüt, wenn ir schon uneins sind, so sind ir eins, und vergässend der alten Fründschafft nit.»

N ein : Es geht natürlich nicht, dass Sie den obigen Beitrag zur Kappeler Milchsuppe einfach überspringen, nur weil er Ihnen zu altmodisch daherkommt. Tip: Bullinger-Text laut lesen! Dies war nämlich der wichtigste Beitrag in diesem Vademekum und erklärt dieses auch gleich selber und möglicherweise (unschweizerische) Reaktionen darauf.
Nein ist auch ein sehr beliebtes schweizerisches Wort welches sehr gerne bei Volksabstimmungen benutzt wird. Besonders dann, wenn man selbst nicht so genau weiss um was es dabei eigentlich geht.

O gi : Alteidgenössischer Ausdruck, auf deutsch etwa zu übersetzen mit «Alles in bester Butter!». Erstmals nachgewiesen 1571 bei der Aufnahme hugenottischer Flüchtlinge, denen an der Grenze mit dem Ruf: «Ogi! Ogi!» angezeigt wurde, dass sie sich in Sicherheit befinden. Mit schweizerischen Auswanderern gelangte der Ausdruck im 18. Jahrhundert bis nach Amerika, wo er heute noch als «Okay!» gebräuchlich ist. Ogi ist auch das Kürzel für: Olympics goes Italy.

P atriotismus : Die regelmässige Umfrage des Instituts Isoswatch im Auftrag von «Berner Zeitung», «Le Matin» und «10 vor 10» ergibt für Juli 2012 folgende Prozentanteile zum Patriotismus:


Antworten:
Ja
Nein
weiss nicht
In den Ferien


Ergebnis:
24,3%
12,1%
5,7%
57,9%


Vormonat:
55,8%
10,9%
14,0%
19,3%


 

Q uoten : Eine Forderung von militanten Schweizer Nichtjuristinnen und Nichtjuristen, um ihren Anteil im Ständerat zu verfünffachen.

R östigraben, das : Das Röstigraben ist ein schweizerischer Wettkampfsport mit kaum erklärbaren Regeln. Im Prinzip geht es darum, dass die eine Mannschaft eine Kartoffelspeise (die sogenannte Rösti) zubereitet und sie im Wald vergräbt, worauf die Gegenpartei sie wieder ausgraben muss. Sieger ist die Mannschaft mit den grössten Löchern. Tip: Rechtzeitig reservieren! Die Tribünenplätze sind jeweils schon Monate vor den Wettkämpfen ausgebucht.

S  trahlenmeer : Scherzhafter Name für die Region Nordostschweiz. Siehe Inselfrage.

T abu : Tabu sind, je nachdem, an welchem Anlass sie sich gerade befinden. Es folgt eine Auswahl: Die Armee, das Rentenalter für Frauen, der Privatverkehr, der öffentliche Verkehr, der aussereheliche Verkehr, der Gewerbeverband, Adolf Muschg oder die matschfreie Gentomate. Erkundigen Sie sich rechtzeitig über die Lieblingstabus Ihrer Gastgeber. Merke: Tabus gelten besonders am Ersten August. Weil sonst fällt man tot um.

U mzug : Ein Brauchtum am Ersten August, womit die Kinder einer Gemeinde ihren Eltern eine Freude bereiten, indem sie ebenso gemeinsam wie grundlos an ihnen vorüberziehen. Vielerorts auch mit Lampions, die sie selber gebastelt haben (die Eltern).

V esuv : Feuerwerkskörper am Ersten August-Fest. Ein Vesuv-Test der Neuen Zürcher Zeitung ergab folgende Resultate. Jelmoli Zürich: wunderschönes Luminat, kurze Schweifnote, rassig im Abfackeln. EPA Bern: der billigste, aber etwas zu trocken. Globus Basel: feines Chinois, herrlicher Krater. Gebrüder Imholz, Stäfa: der allerschönste Vesuv, wir zählten 1287 Sterne! Mit einem Stückpreis von 528 Franken, freilich für Familien mit Kindern an der oberen Grenze.

W itzig : Schweizerdeutsch für «unterhaltend im gut schweizerischen Sinn».
Gegensatz: «geschmacklos».
Geschmacklos sind zum Beispiel Witze über August, Ernst, Guisan oder Quoten. Wenn etwas nicht witzig ist, sondern geschmacklos, jedoch noch nicht überall tabu, erscheinen dazu viele Leserbriefe.

X undheit : In der Westschweiz beliebter und gebräuchlicher Trinkspruch am Ersten August. Mise en garde du Bureau suisse de Prévention des Accidents (Bfu): «Kluge Köpfe schützen sich!»

Y eti : Wenn Sie am 1. August im Strahlenmeer einem Yeti und dem Herrn Messmer begegnen, befinden Sie sich vermutlich im falschen Film.

Z ürich : Hauptstadt der schweizerischen Eidgenossenschaft. Am 1. August findet hier jeweils das traditionelle und allbekannte Basler Sechseläuten statt, an welchem Anhänger Calvins, auf Simmentaler Kühen reitend, Zwiebelzöpfe an die singenden und jubelnden Lausannerinnen und Lausanner verteilen. Geheimtip: Am schönsten ist dieser alte Luzerner Brauch in "Abländschen" über Saanen. Ich würde dann aber in Luzern in Richtung Chiasso abzweigen, dann dem Meer entlang um nach etwa 437,3 Kilometer oder so nach links abzubiegen. Dann noch etwas weiter bis Du in Castellina Mma. ankommst. Dort ist der Erste August immer am allerallerschönsten. Ab und zu finden auch da extra entzündete "Höhenfeuer" in den umliegenden Wäldern zum Fest statt...
Lies dann aber nochmals unter C nach und bring' auch ein paar davon für uns mit!

 

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